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Fragt jemand ChatGPT nach einem Webdesigner in Leipzig oder einem Malerbetrieb in Köln, bekommt er keine zehn Links. Er bekommt drei, vier Namen. Wer dort fehlt, wird gar nicht erst angeklickt.
Ich messe seit Oktober 2026 regelmäßig, welche Betriebe ChatGPT, Gemini und Perplexity empfehlen und auf welche Seiten sie sich dabei stützen. Eine Sache hat mich überrascht: Die häufigste Quelle war bei allen drei KIs die Website eines Anbieters selbst. Keine großen Portale, keine Social-Media-Profile, sondern ganz normale Firmenseiten. Viele davon laufen mit WordPress.
Das ist eine gute Nachricht. Denn an Deiner eigenen Seite kannst Du drehen. In diesem Artikel zeige ich Dir, worauf es dabei ankommt und was Du Dir sparen kannst.
1. Kann die KI Deine Seite überhaupt lesen?
Bevor es um Inhalte geht, muss die Technik stimmen. Ich sehe immer wieder Seiten, die gute Texte haben, aber für KI-Bots schlicht nicht erreichbar sind. Prüfe deshalb diese vier Punkte.
Die Einstellung „Suchmaschinen davon abhalten …“
Unter Einstellungen → Lesen gibt es in WordPress das Häkchen „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“. Es ist für Baustellen gedacht und wird nach dem Livegang gern vergessen. ChatGPT und Perplexity greifen bei ihrer Websuche auch auf Suchindizes zurück. Fehlt Deine Seite dort, fehlt sie meist auch in der Antwort.
Die robots.txt: Training ist nicht gleich Suche
Viele haben 2023 und 2024 „die KI“ per robots.txt ausgesperrt. Das Problem: Die Anbieter nutzen verschiedene Bots für verschiedene Zwecke. Wer pauschal alles sperrt, verschwindet unter Umständen auch aus der Suche.
Ein Beispiel: Sperrst Du nur GPTBot, nutzt OpenAI Deine Inhalte nicht mehr zum Training. In der ChatGPT-Suche kannst Du trotzdem auftauchen, denn die läuft über OAI-SearchBot. Sperrst Du dagegen OAI-SearchBot, wird es dort schwierig. Ähnlich bei Google: Google-Extended steuert Gemini, hat aber keinen Einfluss darauf, ob Du in den AI Overviews der Google-Suche erscheinst. Die laufen über den normalen Googlebot.
Deine robots.txt findest Du unter deinedomain.de/robots.txt. Wenn Du dort KI-Bots findest, die Du nicht bewusst eingetragen hast, stammen sie oft von einem SEO- oder Sicherheits-Plugin.
Sicherheits-Plugins und Firewalls
Damit sind wir beim nächsten Punkt. Sicherheits-Plugins und Dienste wie Cloudflare blocken inzwischen häufig KI-Bots, teilweise schon in der Grundeinstellung. Das ist kein Fehler, aber Du solltest es bewusst entscheiden. Schau in den Einstellungen nach Begriffen wie „Bot-Schutz“, „KI-Crawler“ oder „AI bots“. Warum Sicherheit trotzdem wichtig bleibt, steht in unserem Artikel zur WordPress-Sicherheit.
Steht der Text wirklich im HTML?
Die Bots von ChatGPT, Perplexity und Claude führen nach allem, was bekannt ist, meist kein JavaScript aus. Was erst per Skript nachgeladen wird, sehen sie nicht. Bei den meisten WordPress-Seiten ist das kein Problem, weil WordPress fertiges HTML ausliefert. Kritisch sind Texte in Slidern, Tabs oder Akkordeons, die per Skript nachgeladen werden, und Inhalte in Bildern.
Der Test dauert eine Minute: Rechtsklick auf Deiner Seite, Seitenquelltext anzeigen, dann mit Strg+F nach einem Satz aus Deinem Text suchen. Findest Du ihn dort, kann ihn auch ein Bot lesen. Ein Cache ist dabei übrigens kein Hindernis, im Gegenteil: Schnelle Seiten werden zuverlässiger abgerufen. Tipps dazu findest Du unter WordPress-Ladezeit optimieren.
2. Inhalte, die zitiert werden
Ist die Technik in Ordnung, entscheidet der Inhalt. KI-Assistenten suchen nach einer Antwort auf eine konkrete Frage. Sie zitieren gern Seiten, auf denen diese Antwort klar und ohne Umwege steht.
Eine Seite pro Leistung, mit Ort
In meinen Messungen wurden auffällig oft Unterseiten zitiert, die genau eine Leistung an einem Ort beschreiben, etwa „Webdesign Leipzig“. Eine Sammelseite „Unsere Leistungen“ mit zwölf Spiegelstrichen beantwortet keine Frage richtig. Leg lieber für jede wichtige Leistung eine eigene Seite an und schreib in den ersten Absatz, was Du machst, für wen und wo.
Fakten statt Werbesprache
„Wir sind Ihr kompetenter Partner“ hilft weder Menschen noch Maschinen. Das hier hilft:
- Ort und Einzugsgebiet („Webdesign für Betriebe in Leipzig und Halle“)
- was genau angeboten wird und was nicht
- Preisrahmen oder wenigstens ein „ab“-Preis
- Referenzen mit Branche und Ergebnis, als Text statt nur als Logo-Slider
- Antworten auf die Fragen, die Kunden wirklich stellen
Der letzte Punkt ist der wichtigste. Sammle die Fragen aus Deinen Kundengesprächen und beantworte sie auf der passenden Seite. Mehr zum Aufbau guter Seiten liest Du in den Artikeln zur Onpage-Optimierung und zur lokalen SEO.
3. Strukturierte Daten: ja, aber ohne Übertreibung
Mit strukturierten Daten beschreibst Du Deine Firma in einem Format, das Maschinen direkt verstehen: Name, Adresse, Telefon, Öffnungszeiten, Art des Betriebs. Bei WordPress musst Du dafür nichts programmieren. Yoast SEO und Rank Math legen die Grundangaben an, wenn Du sie in den Einstellungen sauber ausfüllst.
Ob ChatGPT & Co. diese Daten direkt auswerten, ist nicht belegt. Suchmaschinen nutzen sie aber, und auf deren Index greifen die KI-Assistenten zurück. Wichtiger als möglichst viel Markup ist, dass die Angaben überall gleich sind: auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in Branchenverzeichnissen. Ein ausgedachtes FAQ-Markup für jede Seite bringt Dir dagegen nichts. Grundlagen dazu findest Du im Artikel zu WordPress-SEO.
4. llms.txt: was sie ist und was sie (noch) nicht bringt
Die llms.txt ist eine einfache Textdatei im Hauptverzeichnis Deiner Seite. Sie soll Sprachmodellen in Kurzform erklären, worum es auf Deiner Website geht und welche Seiten wichtig sind. In WordPress ist sie schnell angelegt, manche SEO-Plugins erzeugen sie inzwischen auf Knopfdruck.
Die ehrliche Einordnung: Kein großer Anbieter hat bisher bestätigt, dass er die Datei auswertet. Google hat sogar gesagt, dass es sie nicht nutzt. Sie schadet nicht und kostet fünf Minuten. Erwarte aber keine Wunder davon und investiere Deine Zeit lieber in die Punkte oben.
5. Was außerhalb Deiner Seite zählt
Deine Website ist die wichtigste Quelle, aber nicht die einzige. Die KIs unterscheiden sich dabei deutlich:
- Perplexity stützte sich in meiner zweiten Messwoche in 17 von 20 Antworten auch auf Branchenverzeichnisse und Vergleichslisten. Wer dort nicht steht, hat es schwerer.
- Google nannte in einer kleinen Stichprobe mit 25 lokalen Fragen in 11 Antworten das Google-Unternehmensprofil als Quelle. Ein gepflegtes Profil lohnt sich also doppelt.
- Social Media spielte keine Rolle: Unter 344 Quellen aus 120 Antworten war kein einziges Instagram-, Facebook- oder LinkedIn-Profil.
Prüfe also, ob Deine Firma in den zwei, drei wichtigsten Verzeichnissen Deiner Branche steht und ob die Angaben dort mit Deiner Website übereinstimmen.
6. So prüfst Du selbst, ob Du genannt wirst
Der häufigste Fehler beim Testen: Man fragt ChatGPT nach dem eigenen Firmennamen. Dann wird man natürlich genannt. Aussagekräftig sind nur Fragen, wie Kunden sie stellen, also ohne Deinen Namen. So gehst Du vor:
- Schreib drei bis fünf echte Kundenfragen auf, zum Beispiel „Welcher Webdesigner in Leipzig ist gut für kleine Betriebe?“.
- Stell jede Frage in ChatGPT, Gemini und Perplexity. Nutze in ChatGPT einen temporären Chat, damit Dein Verlauf das Ergebnis nicht beeinflusst.
- Notiere: Wirst Du genannt? Wer wird stattdessen genannt? Welche Seiten stehen als Quelle darunter?
- Wiederhole das Ganze nach einer Woche.
Der letzte Schritt ist wichtiger, als er klingt. Als ich dieselben Fragen nach einer Woche erneut gestellt habe, nannte dieselbe KI nur 35 % der Agenturen ein zweites Mal. Eine einzelne Abfrage ist also eine Momentaufnahme. Erst über mehrere Fragen und mehrere Wochen siehst Du, ob Du wirklich vorkommst. Wenn Du den ersten Test nicht von Hand machen willst, kannst Du einen kostenlosen KI-Check nutzen.
Fazit
Für ChatGPT & Co. brauchst Du keine neue Website und kein Spezial-Plugin. Die meisten Hebel kennst Du aus der klassischen Suchmaschinenoptimierung. Neu ist vor allem, dass Du drei Dinge bewusst prüfst: ob die KI-Bots Deine Seite lesen dürfen, ob Deine Leistungsseiten eine konkrete Frage beantworten und ob Deine Angaben auch außerhalb Deiner Seite stimmen. Fang mit dem Quelltext-Test und Deiner robots.txt an. Das dauert zehn Minuten und zeigt Dir schnell, ob es irgendwo hakt.
Über den Autor: Christof Bartel ist Gründer von Nalqerio und misst, welche Unternehmen ChatGPT, Gemini, Perplexity und Google AI Overview empfehlen. Daneben betreibt er seit Jahren eigene WordPress-Projekte.




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